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Geschichte

Bayerisches Assisi oder Deutsches Loreto wird Sammarei gern genannt. Mit ihrem monumentalen Schnitzaltar einzigartig in der kirchlichen Ausstattungskunst Süddeutschlands” (Dehio). Über einer vollständig erhaltenen Holzkapelle aus dem Mittelalter erbaut, der ältesten Holzkirche in Deutschland, der ältesten Blockbaukirche Mitteleuropas überhaupt” (Prof. Ahrens). Nach Altötting größter Wallfahrtsort der Diözese Passau.

Führung durch die Wallfahrtskirche

Die Wallfahrtskirche in Sammarei ist seit Jahrhunderten ein großer Magnet für viele Pilgerinnen und Pilger. Tamina Friedl zeigt in ihrem Beitrag, warum der niederbayerische Wallfahrtsort so beliebt ist.

Entstehung der Wallfahrt

Im Jah­re 1619 wur­de ein neben der Kapel­le ste­hen­der Bau­ern­hof ein Raub der Flam­men. Dabei fie­len bren­nen­de Äste der umste­hen­den Bäu­me auf das Dach der Kapel­le, ohne sie in Brand zu ste­cken. Ein dicht neben der Kapel­le ste­hen­der Apfel­quit­ten­baum war beim Brand des Hofes ganz ver­sengt wor­den. Aber zur all­ge­mei­nen Ver­wun­de­rung fing der Ast, der der Kapel­le am nächs­ten hing, wie­der zu blü­hen an und trug beson­ders schö­ne Früch­te. Die Kur­fürs­tin Eli­sa­beth, die Gemah­lin Maxi­mi­li­ans, der man die Früch­te zum Geschenk mach­te, fand, sie habe noch nie so wohl­schme­cken­de Quit­ten geges­sen. Ger­ne sei sie dar­auf­hin bei ihrem Gemahl Für­spre­che­rin zum Bau der Wall­fahrts­kir­che gewesen.

Die Muttergottes von Sammarei

Der zunächst fremd klin­gen­de Name Samma­rei lässt kaum ver­mu­ten, dass es sich hier um eine baye­ri­sche Wall­fahrts­stät­te han­delt. Das Wort Samma­rei ist nichts ande­res als eine volks­tüm­li­che Abwand­lung von Sanc­ta Maria (= Hei­li­ge Maria) = Sankt Marei = Samma­rei. Seit dem hohen Mit­tel­al­ter stand hier schon ein beschei­de­nes Mut­ter­got­tes­hei­lig­tum. Über der urkund­lich bereits vor 1521 erbau­ten Holz­ka­pel­le erhebt sich nun, ähn­lich wie in der Por­ti­unku­la­kir­che in Assi­si, die gro­ße 1631 voll­ende­te Wallfahrtskirche.

Die Wallfahrtskirche

Was den lich­ten, früh­ba­ro­cken Raum zu einer herr­li­chen Kir­che macht, ist das monu­men­ta­le Altar­werk, das in sei­ner weit aus­la­den­den Anla­ge einer Iko­no­sta­se gleicht und Hoch­al­tar und Sei­ten­al­tä­re zu einer mäch­ti­gen Gesamt­kom­po­si­ti­on zusam­men­schließt. Vom Schöp­fer die­ses Altar­wer­kes, Jakob Bendl, stammt auch der Altar der Gna­den­ka­pel­le, die Kan­zel und der Orgel­pro­spekt, zwei­fel­los der schöns­te des 17. Jahr­hun­derts im Nie­der­baye­ri­schen“ (Georg Bren­nin­ger, Orgeln in Altbayern).

Die bei­den Rei­ter­fi­gu­ren St. Georg und St. Mar­tin, gel­ten als Meis­ter­stück früh­ba­ro­cker Kunst. Um das Mit­tel­stück rei­hen sich die fünf Geheim­nis­se des freu­den­rei­chen Rosen­kran­zes in voll­plas­ti­schen Figu­ren. Eine beson­de­re Kost­bar­keit dar­un­ter ist die Sammarei­er Krip­pe“, die ältes­te und wert­volls­te im süd­deut­schen Raum.

Wallfahrtskirche 2
Altarwand 1
Hl Georg
Hl. Martin

Die Gnadenkapelle

Die höl­zer­ne Feld­ka­pel­le mit Schin­del­dach und Dach­rei­ter in der Mit­te des Cho­res ist das Herz­stück der Wall­fahrts­kir­che. Sie ist im wesent­li­chen bis heu­te unver­än­dert erhal­ten geblie­ben. Das Inne­re kann man nur in gebück­ter Hal­tung betre­ten. Spär­li­ches Licht durch die Dach­lu­ken taucht den Raum in ein sanf­tes Däm­mer­licht und schafft eine hei­me­li­ge Atmo­sphä­re. An die 1300 Votiv­bil­der aus vier Jahr­hun­der­ten schmü­cken das Inne­re und Äuße­re der Kapel­le und zeu­gen von Not und Leid, aber auch vom Ver­trau­en der Men­schen zur Mut­ter­got­tes von Sammarei.

Das Gnadenbild

Gnadenbild

Seit 1631 wird das Altar­bild in der Holz­ka­pel­le als Gna­den­bild ver­ehrt. Im Bild­auf­bau zeigt es gro­ße Ver­wandt­schaft mit dem Maria­hilf­bild des Lukas Cra­nach. Das Sammarei­er Gna­den­bild stellt Maria als sit­zen­de Halb­fi­gur dar. Das in einen zar­ten Schlei­er gehüll­te Kind steht auf dem Schoß der Mut­ter und schmiegt sich an ihre rech­te Sei­te. Es gibt wenig Mari­en­bil­der von sol­cher Innig­keit. Am 2. Okto­ber 2011 hat Bischof Wil­helm Schraml das Gna­den­bild gekrönt.

Bei der Wei­he der Wall­fahrts­kir­che im Jah­re 1631 wur­de der Altar in der Gna­den­ka­pel­le der Schmerz­haf­ten Got­tes­mut­ter geweiht, und der Bild­hau­er Jakob Bendl schuf für die Kapel­le eine Pie­ta. Somit darf ange­nom­men wer­den, dass in der Holz­ka­pel­le zu Samma­rei ursprüng­lich eine Schmerz­haf­te Mut­ter­got­tes verehert wurde.

Der „gschlamperte Engel“ von Sammarei

Über dem hei­li­gen Mar­tin schwebt der gschlam­per­te Engel“ von Samma­rei. An ließ der Bild­hau­er sei­ner künst­le­ri­schen Lau­ne frei­en Lauf. In der lin­ken Hand hält er eine Fla­sche. Mit dem Zei­ge­fin­ger der rechen Hand macht er eine ein­deu­ti­ge Bewe­gung in Rich­tung sei­ner Stirn. Am rech­ten Fuß trägt er einen Strumpf und am lin­ken einen Schuh. Dazu hat ihm der Künst­ler auch noch Mai­kä­fer­flü­gel ver­passt. In der Gegend tadelt man die schlam­pig ange­zo­ge­nen Kin­der mit dem Satz: Du kimmst ja daher wie der Engel in Sammarei!“

Das Geläute der Wallfahrtskirche

Sie hat eine außer­ge­wöhn­li­che Zusam­men­stel­lung. Es besteht aus vier Läu­teglo­cken, einer klei­nen Toten­glo­cke und einem zwölf­tö­ni­gen Glo­cken­spiel. Die­ses dia­to­ni­sche Glo­cken­spiel aus Eijs­bouts, Aasten/​Holland stammt aus dem Jah­re 1987 und ist das ein­zi­ge der­ar­ti­ge Spiel in ganz Nie­der­bay­ern. Jede hal­be Stun­de erklingt vom Turm ein dem Kir­chen­jahr ange­pass­tes Marienlied.

Sammarei heute

Die Wall­fahrt ist in den letz­ten Jah­ren stark ange­stie­gen. Samma­rei gehört heu­te zu den bedeu­tends­ten Wall­fahrts­stät­ten Süd­deutsch­lands. Sie ist in ihrer Art ein­ma­lig und von beson­de­rer Ori­gi­na­li­tät und künst­le­ri­scher Qua­li­tät, mit vie­len sehens­wer­ten Ein­zel­hei­ten. Vor allem Fami­li­en- und Pfarr­wall­fahr­ten wäh­len Samma­rei als loh­nen­des Ziel. Beson­ders fest­lich wird das Patro­zi­ni­um am 15. August mit Lich­ter­pro­zes­si­on am Vor­abend und der 1. Mai (Patro­na Bava­riae, Schutz­her­rin von Bay­ern) began­gen. Die Gna­den­ka­pel­le lädt alle Gläu­bi­gen zum besinn­li­chen Gebet ein. Täg­lich wird um 15.30 Uhr der Rosen­kranz gebe­tet und um 16.00 Uhr Wall­fahrts­got­tes­dienst gefei­ert. Auch Beicht­ge­le­gen­heit ist täg­lich gege­ben. Am 13. jedes Monats wird ein Fati­ma­tag gehal­ten mit dem Pro­gramm: 15.00 Uhr Aus­set­zung des Aller­hei­ligs­ten in der Mons­tranz, Rosen­kranz, Beicht­ge­le­gen­heit, um 16.00 Uhr fei­ern wir die hei­li­ge Mes­se mit der Mari­en­wei­he. Für Grup­pen besteht die Mög­lich­keit zu Besin­nung und Ein­kehr im Wallfahrtszentrum.

Zum 375. Wall­fahrts­ju­bi­lä­um wur­de dem Hei­li­gen Vater, Papst Bene­dikt XVI. eine Kopie des Gna­den­bil­des von Samma­rei über­reicht mit der Bit­te um sei­nen Segen. Zu die­sem Anlass wur­de auch der Brun­nen der Dank­bar­keit errich­tet mit dem Wort­laut: Wie der Baum durch Got­tes Kraft wie­der zu neu­em Leben erweckt wur­de, so kann jeder Mensch in noch so schwie­ri­gen Lebens­la­gen mit Jesu Gna­de und Mari­ens Für­spra­che zu einem neu­en Leben finden!

Im Jahr 2019 haben wir fest­lich und dank­bar 400 Jah­re Wall­fahrt Samma­rei gefei­ert (sie­he das Pro­gramm). 400 Jah­re Stau­nen in Samma­rei über die Gna­de Gottes.

Brunnen in Sammarei
Beim Heiligen Vater
Glockenspiel strona 2
Sammareier Engel strona 2