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Das Fest der Barmherzigkeit Gottes

Pfarramt Sammarei am 06.04.2021

Jesus 2 info-icon-20px Foto: Pater Adam

„Ich wünsche, - sprach Jesus zu Schwester Faustina - dass der erste Sonntag nach Ostern zum Fest der Barmherzigkeit Gottes wird“ (Tagebuch 299). An diesem Tag ist das Innere meiner Barmherzigkeit geöffnet. An diesem Tag stehen alle Schleusen Gottes offen, durch die Gnaden fließen. Keine Seele soll Angst haben, sich mir zu nähern, auch wenn ihre Sünden rot wie Scharlach wären (699).

Das Bild des Barmherzigen Jesus

Ich über­rei­che den Men­schen ein Gefäß, mit dem sie zur Quel­le der Barm­her­zig­keit um Gna­den kom­men sol­len. Das Gefäß ist die­ses Bild mit der Unter­schrift: Jesus, ich ver­traue auf Dich (327). Durch das Bild wer­de ich den See­len vie­le Gna­den ertei­len” (570).

Das Fest der Barmherzigkeit Gottes in Sammarei

10. April — Sams­tag
15.00 — 15.45 Uhr Beicht­ge­le­gen­heit
15.00 Uhr Barm­her­zig­keits-Rosen­kranz
15.30 Uhr Rosen­kranz
16.00 Uhr Hei­li­ge Mes­se
20.00 — 21.00 Uhr Beicht­ge­le­gen­heit
11. April — Sonn­tag
06.00 Uhr Beicht­ge­le­gen­heit
07.00 Uhr Mor­gen­ge­bet
08.30 Uhr Hei­li­ge Mes­se
15.00 Uhr Barm­her­zig­keits-Rosen­kranz
15.30 Uhr Rosen­kranz
16.00 Uhr Hei­li­ge Messe

Die Pre­digt von P. Adam LIt­win MS

Jerichowoche 11
Jerichowoche 2
Jerichowoche 12
Jerichowoche 7

Die Göttliche Barmherzigkeit

Die hl. Schwes­ter Faus­ty­na ist ein Geschenk Got­tes für den Men­schen der heu­ti­gen Zeit. Ihre Sen­dung ist, an die Wahr­heit über Gott, der voll Erbar­men ist, zu erin­nern (vgl. Eph 2,4). Barm­her­zig­keit ist Got­tes größ­te Eigen­schaft (vgl. Tage­buch Nr. 301).

Im Alten Tes­ta­ment wur­de sie mit drei Wor­ten beschrie­ben: raha­min, hesed und han­an. Raha­min stammt von rehem, das Mut­ter­schoß” bedeu­tet. Barm­her­zig­keit gibt also Leben, gebiert den Men­schen neu. Raha­min bedeu­tet auch das Inne­re” Got­tes. Im Tage­buch lesen wir: Das Fest der Barm­her­zig­keit ging aus Mei­nem Inne­ren her­vor (Tage­buch Nr. 699). Barm­her­zig­keit beschreibt die innigs­te Lie­be, die eine Mut­ter für ihren Säug­ling emp­fin­det. Raha­min rich­tet sich nicht nach den Ver­diens­ten des Men­schen, sie ist ganz geschenkt. Am voll­kom­mens­ten offen­bart sie sich in der Ver­ge­bung der Sün­den und in der Ret­tung vor Gefah­ren. Got­tes Barm­her­zig­keit erreicht jeden (vgl. Ps 145 (144), 9). Nie­mand soll­te der Ver­su­chung erlie­gen zu glau­ben, er hät­te kein Recht auf Barm­her­zig­keit. Sie ist so groß, dass sie in der gan­zen Ewig­keit durch kei­nen Ver­stand, weder von Men­schen noch von Engeln, ergrün­det wer­den kann (Nr. 699).

In La Salet­te bekehr­te sich ein Mensch, der an die bedin­gungs­lo­se Lie­be Got­tes zu glau­ben begann. Als man ihn nach dem Grund für die­se radi­ka­le Ver­hal­tens­än­de­rung frag­te, ant­wor­te­te er, dass Maria ihn beim Namen nann­te, obwohl er es über­haupt nicht ver­dient hät­te. Er erleb­te Barm­her­zig­keit – Lie­be ohne Gegen­leis­tung. Es war Maximins Vater, der Vater des Jun­gen, der 1846 Zeu­ge der Erschei­nung Mari­as in den fran­zö­si­schen Alpen war. 

Eine Wesens­art der Barm­her­zig­keit drückt auch das Wort hesed aus. Von des­sen Stamm wird das Wort Chas­si­dim abge­lei­tet – die Lie­ben­den, die From­men”. In der Umgangs­spra­che bedeu­tet hesed ehe­li­che Ver­ei­ni­gung”. In der Bibel hin­ge­gen drückt es die tie­fe Lie­be Got­tes aus, der mit dem Men­schen eins wird. Die­se Inti­mi­tät mit Gott erleb­te Schwes­ter Faus­ty­na sehr innig. Im Tage­buch lesen wir ihr Bekennt­nis: Ich spü­re, wie Dein Herz in mei­ner Brust schlägt (Nr. 1286). Auch wir haben Anteil an dem Geschenk der Ver­ei­ni­gung mit Gott. Jesus wird eins mit uns, wenn wir sei­nen Leib emp­fan­gen (vgl. J 6,56).

Das nächs­te Wort, das die Barm­her­zig­keit beschreibt, ist han­ansich erbar­men”. In der Umgangs­spra­che bedeu­tet es das Sich­her­ab­nei­gen des Herrn zum Die­ner”. Es war ein Zei­chen der Gna­de für den Die­ner. In der Bibel wird die­ser Aus­druck ver­wen­det für das Her­ab­nei­gen Got­tes zum Men­schen. Durch Ernied­ri­gung wird der Mensch mit Gna­de erfüllt. Schwes­ter Faus­ty­na schreibt: Groß und unbe­greif­lich ist Sei­ne Herr­lich­keit; dass Er Sich aber so gütig zu uns her­ab­neigt, ist der Abgrund Sei­ner Barm­her­zig­keit… (Nr. 1131).

Unse­re Sün­den gru­ben eine Schlucht zwi­schen uns und Gott (vgl. Jes 59,2). Die­ser für uns unüber­wind­ba­re Abgrund wur­de durch Got­tes Barm­her­zig­keit über­brückt. Han­an beinhal­tet auch Gna­de“, das hebräi­sche hen. Gna­de ist Anmut, Schön­heit“. Wäh­rend der Eucha­ris­tie­fei­er beten wir: Herr, erbar­me Dich unser“. Wir bit­ten, dass der Herr sich zu uns beugt und uns mit Gna­de, mit inne­rer Schön­heit erfüllt.

Auch die Rab­bi­ner beton­ten die Bedeu­tung der Barm­her­zig­keit Got­tes. Sie mein­ten, die Welt wer­de mit Gna­de gerich­tet und Gott sei so barm­her­zig, dass er den Men­schen auch dann ent­schul­di­gen wür­de, wenn 999 Engel sei­ne Schuld bezeu­gen wür­den und nur einer ihn in Schutz näh­me. Gott lässt sich an Barm­her­zig­keit nicht über­tref­fen. Des­we­gen ermu­tigt Schwes­ter Faus­ty­na auch uns dazu, immer mil­de zu urtei­len (vgl. Nr. 720).

Die Rab­bi­ner beton­ten aber auch, dass Gott Barm­her­zig­keit und Gerech­tig­keit zugleich ist. Sie ver­an­schau­lich­ten die­se Wahr­heit mit der Geschich­te von einem König, der lee­re Gefä­ße hat­te und sag­te: Wenn ich sie­den­des Was­ser in sie gie­ße, bers­ten sie, wenn ich sie mit eis­kal­tem Was­ser fül­le, schrump­fen sie.“ So ver­misch­te er hei­ßes Was­ser mit kal­tem. Die Rab­bi­ner zogen dar­aus den Schluss, dass sich Sün­den unauf­hör­lich meh­ren wür­den, wenn Gott die Welt nur im Hin­blick auf sei­ne Barm­her­zig­keit erschaf­fen hät­te. Wenn er sie aber nur mit dem Gedan­ken an Gerech­tig­keit erschaf­fen hät­te, könn­te sie nicht bestehen. Des­halb habe Gott beschlos­sen, sie aus Barm­her­zig­keit und Gerech­tig­keit ins Dasein zu rufen.

Got­tes Barm­her­zig­keit ist außer­or­dent­lich anzie­hend. Sie wirkt wie ein Magnet, sie sucht stän­dig den Men­schen. Jesus belehr­te Schwes­ter Faus­ty­na: In jeder See­le voll­brin­ge ich das Werk der Barm­her­zig­keit. Je grö­ßer der Sün­der, des­to grö­ßer sein Anrecht auf Mei­ne Barm­her­zig­keit (Nr. 723).

Die mensch­li­che Erfah­rung bestä­tigt die­se Wahr­heit. Eine behin­der­te Frau, die vie­le Jah­re nicht zur Beich­te gegan­gen war, fürch­te­te sich davor. Gott kam ihr ent­ge­gen. Als der Pries­ter die­se Frau aus sei­nem Beicht­stuhl sah, ging er auf sie zu und nahm ihr, ohne dass sie sich anstel­len muss­te, die Beich­te ab.

Jeder Mensch braucht Barm­her­zig­keit. Und Gott will die See­len der Men­schen damit erfül­len (vgl. Nr. 1074).

Wir gera­ten oft in Ver­su­chung, nicht zu ver­ge­ben. Wir ver­schie­ben Ver­ge­bung auf spä­ter. Doch spä­ter“ ist mit dem Wort nie“ ver­wandt. Manch­mal stel­len wir in unse­rem Her­zen Vor­ur­tei­le fest. Wir haben eine vor­ge­fass­te Mei­nung über eine Per­son, die wir gar nicht rich­tig ken­nen. Wir suchen unse­ren Ruhm, wol­len im Zen­trum der Auf­merk­sam­keit ande­rer Men­schen ste­hen. Wir blei­ben nicht ger­ne im Schat­ten. Wenn wir Barm­her­zig­keit üben, ist sie das wirk­sams­te Mit­tel gegen unse­re geis­ti­gen Krankheiten.

Die Barm­her­zig­keit wird, wie Johan­nes Paul II sagt, mit zwei Schlüs­seln geöff­net: Dem, der barm­her­zig ist und dem, der der Barm­her­zig­keit bedarf. Der ers­te Schlüs­sel ist für uns immer zugäng­lich: Sage den Sün­dern, dass Ich stets auf sie war­te, dass Ich am Puls­schlag ihres Her­zens höre, wann es für Mich zu schla­gen beginnt (Nr. 1728). Der zwei­te Schlüs­sel ist der Wil­le, uns ganz der Gna­de zu öff­nen und die Ein­sicht, dass wir Sün­der sind. Durch die hl. Schwes­ter Faus­ty­na sagt uns Chris­tus, dass wir kei­ne Angst zu haben brau­chen, unse­re Sün­den zu beken­nen: […] ermun­te­re die See­len zu gro­ßem Ver­trau­en auf Mei­ne uner­schöpf­li­che Barm­her­zig­keit. Eine schwa­che, sün­di­ge See­le soll nicht fürch­ten, sich Mir zu nahen, auch wenn sie mehr Sün­den hät­te als Sand ist auf Erden. Alles ver­sinkt im Abgrund Mei­ner Barm­her­zig­keit. (Nr. 1059)

Unse­re Schwä­che zieht Got­tes Barm­her­zig­keit an. Gott weiß zu wür­di­gen, wenn wir uns bemü­hen, in inne­rer Wahr­heit zu leben. Die Flam­men des Mit­leids Got­tes hören nicht auf, in ihm zu bren­nen (vgl. Nr. 1190). Las­sen wir uns von ihrer Glut umfan­gen.

Barm­her­zig­keit Got­tes, Du größ­te Eigen­schaft Got­tes – ich ver­traue auf Dich. (Nr. 949)

Aus dem Tage­buch der hl. Schwes­ter Faus­ty­na:
Nie­mand ver­mag sich vor Dir zu recht­fer­ti­gen, wenn Dei­ne uner­gründ­li­che Barm­her­zig­keit ihn nicht beglei­tet. (Nr. 1122)
In jeder See­le soll­te sich Mei­ne Barm­her­zig­keit wider­spie­geln. (Nr.1148)
O All­macht der Barm­her­zig­keit Got­tes, Du Ret­tung der Men­schen in Sün­de […] (Nr. 1211)
Heu­te ließ mich der Herr inner­lich sehen, dass Er mich nicht ver­las­sen wird. Er ließ mich sei­ne Herr­lich­keit und Hei­lig­keit erken­nen, aber gleich­zei­tig Sei­ne Barm­her­zig­keit mir gegen­über […] (Nr. 1406)
Got­tes Barm­her­zig­keit ist stär­ker als unser Elend. (Nr. 1507)

Dr. habil. Sta­nis­law Wit­kow­ski, Salet­ti­ner­pa­ter, stu­dier­te am Bibli­schen Insti­tut in Rom. Er lehrt das Neue Tes­ta­ment an der Päpst­li­chen Uni­ver­si­tät Johan­nes Paul II. in Kra­kau. Bekannt auch durch vie­le Exer­zi­ti­en in Klös­tern und Pfar­rei­en.

Faustyna 1
Pieta in Sammarei 2
Kreuz 8
Jerichowoche 10